Ein paar kurze Informationen
Klimawandel. kurz und knapp
Das Klima der Erde ist ein komplexes System. Der Temperaturanstieg durch den Klimawandel ist zu vergleichen mit einem Temperaturanstieg beim Menschen. Steigt die normale Körpertemperatur von etwa 37° C um nur 1-2° C (~5 %) an, merken wir es sofort. Wir haben Fieber. Unsere Erde hat auch Fieber. Sehr hohes sogar. Der DWD hat es bereits gemeldet, jetzt bestätigt auch der Klimawandeldienst Copernicus: 2024 war das wärmste Jahr seit 1850. Erstmals lag die globale Durchschnittstemperatur 1,6 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Die Ursache ist ebenfalls bekannt: Die Erde hat Mensch. Der Mensch ist gemäß Weltklimarat (IPCC) die Hauptursache der derzeitigen globalen Erwärmung. Bereits kleine Veränderungen können weitreichende Auswirkungen haben. Durch den Anstieg der atmosphärischen Konzentration von Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid (CO2) oder Methan (CH4) wandelt sich das Klima. Auswirkungen des Klimawandels - auch in Schleswig-Holstein
Der Klimawandel lässt sich bildlich darstellen, mit den sogenannten „warming stripes“. Diese wurden für Regionen auf der ganzen Welt erstellt, auch für Schleswig-Holstein. Sie zeigen die Jahresmittelwerte seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 in Form von farbigen Streifen. Die Farbe der Streifen stellt die Temperaturabweichung vom Langzeitmittelwert dar: Rot und Orange bedeuten Abweichungen nach oben, Weiß gleichbleibend, Blau steht für Abweichungen nach unten. Die natürlichen Schwankungen werden damit ebenso sichtbar wie der drastische Temperaturanstieg in den vergangenen zehn Jahren: © Ed Hawkins (University of Reading) Was können wir tun? Wir sollten ein Gespür für den verantwortungsvollen Umgang mit Energie und Ressourcen entwickeln. Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde, jedes nachhaltig hergestellte Produkt, jeder vermiedene Auto-Kilometer und jede fleischarme Mahlzeit bringen uns dem Ziel näher. Seien wir uns unserer Verantwortung bewusst. Das sind wir uns, unseren Mitmenschen und unseren Kindern schuldig. „Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt - sondern von unseren Kindern geliehen!“ (alte Weisheit der amerikanischen Ureinwohner) Von Wetter bis Klima: Begrifflichkeiten Das Wetter kann jede und jeder beobachten. Es ist das, was wir wahrnehmen, wenn wir draußen sind. Das Wetter wird zum Beispiel durch die Elemente Lufttemperatur, -feuchte, -druck, Windgeschwindigkeit und -richtung, Bewölkung, Niederschlag und Sichtweite beschrieben.
Der Weltklimarat IPCC Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) ist eine Institution der Vereinten Nationen. In seinem Auftrag tragen WissenschaftlerInnen das aktuelle Wissen aus allen relevanten Bereichen der Forschung zusammen und stellen Ursachen, Folgen sowie Risiken des Klimawandels dar. Der IPCC zeigt zudem Möglichkeiten auf, wie die Menschheit den Klimawandel mindern und sich daran anpassen kann. Zwar forscht der IPCC selbst nicht, dafür fasst er die Aussagen Zehntausender Veröffentlichungen in sogenannten Sachstandsberichten (Assessment Reports) oder Sonderberichten zusammen und bewertet sie aus wissenschaftlicher Sicht. Detaillierte Verfahrensregeln sollen sicherstellen, dass die Informationen des IPCC verlässlich, ausgewogen und umfassend sind. Da die Mitgliedsländer des IPCC an der Begutachtung der Berichte beteiligt sind und ihrer Veröffentlichung zustimmen, haben deren Aussagen international großes Gewicht und sind eine wichtige Basis bei den Verhandlungen der Klimarahmenkonvention (UNFCCC). Wie so ein Bericht entsteht, bis er veröffentlicht wird, finden Sie auch auf der Seite des IPCC. Schauen sie sich zum Einstieg zum Beispiel den Kalender des IPCC an. "Jedes Jahr des letzten Jahrzehnts gehörte zu den zehn wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen", sagt Samantha Burgess, stellvertretende Direktorin des Copernicus-Klimawandeldienstes. "Diese hohen globalen Temperaturen haben zusammen mit den Rekordwerten des atmosphärischen Wasserdampfs im Jahr 2024 zu noch nie dagewesenen Hitzewellen und starken Regenfällen geführt, die Millionen von Menschen in Not bringen." Der Klimawandel wird das Leben vor unserer Haustür mehr und mehr beeinflussen - darin sind sich Wissenschaftler einig. Zu den Auswirkungen gehören nicht nur extremere Temperaturen, sondern etwa auch neue Gesundheitsgefahren. Gleichzeitig versuchen Städte und Kommunen, sich an die veränderten Bedingungen anzupassen. Jährliche Weltklimagipfel Die COP (Conference of Parties) unter dem Dach der Vereinten Nationen findet jährlich statt. Die Teilnehmer haben der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) zugestimmt, die aktuell 197 Staaten ratifiziert haben. Damit haben Sie sich verpflichtet, eine gefährliche, menschgemachte Veränderung des Klimas zu verhindern. Seit Verabschiedung wurden die Ziele immer wieder konkretisiert. Bekannte Meilensteine sind das Kyoto-Protokoll (verabschiedet auf der Weltklimakonferenz 1997) und das Pariser Klimaschutzabkommen (mit dem 1,5° Ziel) aus dem Jahr 2015. Beim Gipfel in Schottland 2021 wurde festgestellt, dass die bisher geplanten Maßnahmen nicht ausreichen. Diese sollen bis zum 27. Weltklimagipfel (vom 7. bis 18. November 2022 in Ägypten) nachgeschärft werden. Nicht ganz so bekannt, aber genauso wichtig ist die Biodiversitätskonvention (UN Convention on Biological Diversity). In dieser geht es um den Schutz und Erhalt der biologischen Artenvielfalt. Zwischen beiden Herausforderungen besteht ein Zusammenhang. Wie man beides in einem Projekt angehen kann, hat die Gemeinde mit der Anlage von Musterflächen im Rahmen des Projekts „Stockelsdorf passt sich an!“ gezeigt. Wir laden Sie zum Mitmachen und Nachahmen ein. Also weg von der Theorie und ran an die Praxis.
Der Klimawandel: Im Studium hatte ich gleich am Anfang einen Kurs, in dem es um die Entstehung der IPCC-Berichte und die Verhandlungen für die Berichte der Weltklimagipfel ging. Klang extrem theoretisch, war aber sehr lebendig vorgetragen. Der Referent, ein Verhandlungsteilnehmer mehrerer Klimagipfel, erklärte, wie oft Politik Einfluss auf die Berichte nimmt, wie die Berichte zwischen der wissenschaftlichen Grundlage und ihrer Veröffentlichung bearbeitet werden und wie um einzelne Wörter gerungen wird. Dass dabei am Ende immer noch Berichte herauskommen, die die Dringlichkeit unseres Handelns zeigen, hat mich schwer getroffen. Zum Glück hatten wir gleichzeitig Dozenten, die uns gezeigt haben, dass die Lösungen schon da sind; wir müssen nur loslegen. Allerdings ist ein „auf Zukunftstechnologien“ setzen nur eine Form der Verdrängung. Das war der Beginn eines Wechsels meiner Denkweise. Die Lösung liegt nicht in der Technik, wie ich immer gedacht hatte, sondern im Verhalten von uns Menschen. Daher freue ich mich, dass ich heute als Klimaschutzmanager diese Zeilen schreibe, die Sie gerade lesen. Im Folgenden finden Sie eine kurze Einführung in das Thema Klimawandel, seine Folgen sowie einige Grundlagen, auf denen die Informationen beruhen.